Die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) Bayern legt ihren zweiten Bericht zu antiziganistischen Vorfällen in Bayern vor und bilanziert darin erstmals ein einzelnes Kalenderjahr. 248 Fälle wurden im Jahr 2025 gemeldet – eine Steigerung von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
2023 waren es 131 Vorfälle, 2024 wurden 205 Vorfälle dokumentiert.
Die gemeldeten Vorfälle reichen von abfälligen Äußerungen bis hin zu Bedrohungen und körperlichen Angriffen gegen Sinti und Roma. Wie in den Vorjahren überwiegen verbale Stereotypisierungen, zum Beispiel Beleidigungen, und Diskriminierungen. 60 Vorfälle schätzt MIA als mögliche Straftat ein.
Ausgewählte Themenfelder und Analysen
Neben der statistischen Auswertung und zahlreichen Fallbeispielen beleuchten weitere Beiträge unterschiedliche Themenbereiche. Die Beratungsstelle B.U.D. stellt ihre Arbeit mit Betroffenen rechter Gewalt vor und schildert einen Fall antiziganistischer Gewalt im Wohnumfeld. Der Münchner Flüchtlingsrat berichtet aus der Praxis des Infobus Ingolstadt über die Benachteiligung von Roma im Asyl- und Aufenthaltsrecht. Seán McGinley zeigt, warum der Umgang mit geflüchteten Roma in Deutschland den Empfehlungen der Unabhängigen Kommission Antiziganismus widerspricht. Eine Analyse zu Antiziganismus im Fußball reicht von Sprechchören im Stadion über die gezielte Instrumentalisierung durch Rechtsextreme bis zur Rolle von Fußballfunktionären bei der Verfolgung im Nationalsozialismus.
Ein gedrucktes Exemplar des Berichts senden wir auf Anfrage gerne zu.

